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  • Laura Deichl

Litha, die Sommersonnwende

Aktualisiert: 25. Juni 2023

Die Sommersonnwende markiert den längsten Tag und die kürzeste Nacht des Jahres. Die Natur ist auf ihrem Höhepunkt angelangt, alles blüht und ist voller lebendiger, sinnlicher Kraft.



Die Sommersonnwende, auch genannt Litha, markiert den längsten Tag und die kürzeste Nacht des Jahres. Die Natur ist auf ihrem Höhepunkt angelangt, alles blüht und ist voller lebendiger, sinnlicher Kraft. Doch erahnen wir auch schon wieder das Ende des Sommers, ab der Sonnwende tritt die Vegetation wieder ihren Rückzug an.

Wendepunkt der Sonnenkraft

Die Sommersonnwende (21.06.) markiert einen Wendepunkt, denn jetzt nimmt die Kraft der Sonne langsam wieder ab - in der Bildersprache unserer Vorfahren holt die Erdmutter die Lebenskraft wieder zu sich zurück, die Vegetation beginnt langsam wieder zu welken. Sie liegt im Jahreskreis der Wintersonnwende, oder auch Jul, Yule, Weihnachten (21.12.) gegenüber - die Zeit, in der alles stirbt und wiedergeboren wird.

An der Sommersonnwende feierten die Menschen seit jeher die Kraft der Sonne und das Licht. Die Sonnwendfeiern dauerten früher oft mehrere Tage an. Mit dem Christentum wurden die alten Bräuche dann überlagert - mit dem Johannistag als christliche Deutung. Daher spricht man heute auch von Johannitag, Johannisfeuer, Johanniskraut oder Johannisbeeren.

In der germanischen Mythologie ist die Sommersonnwende Baldur, dem Vegetationsgott, geweiht. Er muss als solarer Heros jetzt sterben, um zur Wintersonnwende wiederaufzuerstehen - der ewige Kreislauf der Vegetation von Streben, Tod und Wiedergeburt.





Sonnwendfeuer


Die Sommersonnwende wird seit Urzeiten mit großen Feuern zelebriert. Wie auch bei den anderen Jahreskreisfesten sind Fruchtbarkeit, Schutz und Ahnenverehrung wesentliche Elemente. Man schichtete große Holzstöße aus 3, 7 oder 9 verschiedenen Hölzern. Diese entzündete man am Vorabend der Sonnwende, sobald die Sonne untergegangen war. Mit diesem Feuer wollte man die abnehmende Sonne im Kampf gegen den Winter unterstützen, Reinigung und Schutz gegen böse Geister bewirken, und mit ekstatischen Tänzen Fruchtbarkeit erbeten. In alten Zeiten übersprangen die Frauen diese Feuer mit aus Beifuß und Bärlapp gebundenen Gürteln. Dies sollte Schutz und Fruchtbarkeit für das kommende Jahr bringen. Die Feuer sollten auch schutzmagisch auf das Wetter wirken, denn wohin ihr Rauch zog, sollte die Ernte gut werden.




Heilmittel herstellen

Zur Mittagszeit an der Sonnwende geernteten Kräutern wird besonders große Heilkraft nachgesagt. Zu den alten Johanniskräutern zählen unter anderem das Echte Johanniskraut, Beifuß, Quendel, Kamille, Königskerze, Holunder, Arnika, Margerite oder Eisenkraut. Daneben fand man außerdem die Schafgarbe, das Labkraut, den Steinklee, den Klatschmohn, Kornblumen, Lindenblüten, Wiesenknopf, Haselzweige, Klee oder Gänseblümchen. Die Sonnwendkräuter wurden zu Buschen gebunden und getrocknet, die später oft noch in der Kirchen geweiht wurden.


Auch die an der Sonnwende hergestellten Heilmittel sollen eine besondere Kraft haben. So wurden die Kräuter an diesem Tag zu Tinkturen, Salben und Balsamen, Kräuterbädern, Gewürzen, Salzen, Ölen, Heilweinen, Sirups und Honigen verabeitet. Ein altes Heilmittel, das traditionell an diesem Tag hergestellt wurde, ist der sogenannte Erdkammersirup. Als Hustensirup wird Spitzwegerich zusammen mit Honig angesetzt und dann für eine Zeit in der Erde vergraben. Dadurch sollte die Kraft der Erde als lebendsspendende Mutter auf das Heilmittel übergehen. Auch andere Heilmittel wurden in der Erde vergraben, um ihre Wirkung zu steigern.

Räuchern

Neben den Feuern gehört natürlich auch das Räuchern zu den alten Bräuchen der Sonnwende. Traditionell wurden zum einen reinigende und segnende Pflanzen wurden verräuchert, wie die Engelwurzwurzel, Alant, Mariengras, Quendel oder Beifuß. Zum anderen sind viele der Sonnwendkräuter sind auch die typischen Wetterpflanzen, die spannungsabbauend wirken und früher auch zur Abwehr von Gewittern verräuchert wurden. Darunter sind der Beifuß, das Johanniskraut, Rainfarn oder die Königskerze.





Empfehlung: Mehr zu den Bräuchen der Sommersonnwende und dem Räuchern gibt es im Kurs RÄUCHERN & LITHA am 20. Juni 2023.







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