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  • Laura Deichl

Göttinnen, Thuja & die liebende Mater-ie

Mal wieder eine unglaublich berührende Häufung eines Urbildes in verschiedensten Facetten dieser Tage. Über Göttinnenmythologien, geliebte Töchter, das Hadern mit der Materie, und Myrrhe und Thuja als wunderbare Tochter-Mutter Pflanzenmedizin.




Mal wieder eine unglaublich berührende Häufung eines Urbildes in verschiedensten Facetten.

Das Verhältnis zur Mater-ie, der Mater, die liebende Verbindung zur Mutter und Mutter Erde. Die Göttinnen als geliebte Töchter in einem Audio von der großartigen Vera Zingsem. Die Thuja, die ruft. Die kraftvollste Pflanzenmedizin, wenn es um Mutter-Tochter Beziehungen und verletzte Weiblichkeit geht.


Schon lange befasse ich mich mit den alten Göttinnenmythologien. Hier gab es ja auch schon zwei Räume - die Große Göttin letztes Jahr um die Zeit und KALI nun über den Winter. Der erste mit etwas Theorie, der zweite fast als purer Erfahrungsraum und persönlicher Weg. Längere Zeit nun hat das Thema nun für mich geruht, unbeabsichtigt. So viel neue kosmische Impulse kamen mit der Rückkehr des Lichts hinein, dass die Materie für eine Zeit hinter den Geist, die Erde hinter den Kosmos trat. Die weibliche Kraft hinter die männliche Kraft.


Doch seit ein paar Wochen nun schiebt sie sich zurück, und zwar mit aller Macht und nicht immer angenehm, schon eher mit Nachdruck. Wenn man nicht hören möchte.



Göttinnen als die geliebten Töchter


Zum einen eine Nachricht von einer wunderbaren Seelenschwester von mir. Mit Hinweis auf ein Audio von der wunderbaren Vera Zingsem, Theologin und Mythenforscherin mit Fokus auf die weibliche Mythologie, von der ich schon einiges gelesen und gesehen hab. Im Audio eine für mich eine neue Facette, nämlich dass es in unserer Kultur kein Mutter-Tochter Urbild gibt (sondern mit Maria nur das christliche Mutter-Sohn Bild). Ganz im Gegensatz zu allen anderen Mythologien dieser Welt, wo es immer die Einheit der Mutter- und Tochter-Göttin gab. Und wo es immer die geliebten Töchter gab.


So finden wir beispielsweise in der griechischen Mythologie den ja sehr bekannten Demeter-Kore Mythos. Kore, die Tochter von Demeter, Göttin der Fruchtbarkeit und des Ackerbaus, wird von Hades geraubt und in die Unterwelt entführt. Demeter ist zutiefst erschüttert über den Verlust ihrer geliebten Tochter, bis sie dem Land seine Fruchtbarkeit entzieht und damit Kore zumindest für einen Teil des Jahres wieder zurück erlangt. Eine Geschichte von Tod und Wiedergeburt, die ins Unendliche immer und immer wieder nachvollzogen wird. Mit dem Einschwingen in dieses göttliche Feld konnte der Mensch, diese Zyklen und die verwandelnde Kraft immer wieder auf Neue erfahren. Kore auch wie core, das Herz, oder das Korn. Auch die Göttin Freya hat zwei Töchter, auch Holle hat zwei Töchter, die sie auf innigste liebt. Thor hat eine Tochter mit dem Namen Thrud, (thrud = die Kraft, die Stärke). Aphrodite hat zwei Töchter, Isis ist die geliebte Tochter von Toth und Nut, der ägyptischen Himmelgöttin.


In unserer Kultur fehlt dieses Bild. Und unsere Bilder sind immer das, was uns in die Tiefe prägt, wenn vor allem heute zutiefst unbewusst.



Die liebende Mater-ie


So hatten wir Kore, etymologisch verwandt mit dem Herz (core) und dem Korn. Das Korn ist Nahrung, das, was uns in der Materie nährt. Materie ist Mater-ie, ist mater, die Mutter. Die Erde unsere große Mutter, die uns das Leben in der Materie , in der stofflichen Form, ermöglicht. Sie ist das Gefäß, das alles aufnimmt, alles trägt und alles umfasst. Und zugleich ist sie der Kelche unendlicher Fülle, der sich für uns ergießt. Sie ist die Mutter, die uns Töchter (und Söhne) nährt. Sie ist heilige Materie, nichts anderes als höchst verdichtetes Bewusstsein.


Allein durch unser physisches Leben in der Materie sind wir ihr zugewandt. Auch wenn wir uns als menschliches Kollektiv über die letzten dreitausend Jahre von ihr abgewandt haben. Hin zum Transzendentalen, zum Geistigen. Ein tiefer Ausdruck die monotheistischen Religionen. Das männliche Prinzip über das weibliche Prinzip gestellt, die urweibliche Kraft in den Schatten gedrängt. Doch wir tun das auch als menschliche Individuen - dauerhaft oder immer mal wieder. Das immerwährende Suchen im Göttlichen, der Spiritualität, der reine Fokus auf die geistige Arbeit - ohne unser Sein in der Materie zu würdigen. Es ist da, wo wir unbewusst beginnen, Materie abzustoßen. Alles zu verneinen, was Materie ist. Wo unser Körper und alles was unseren Körper nährt zur Last wird. Das Leben ein Erfahrungsraum, wo wir zumindest zeitweise das Schwingen des Pendels in beide Richtungen mitmachen müssen.



Myrrhe und Thuja, die Mutter-Tochter Pflanzenmedizin


So gehört wohl zum Menschsein ebenso das Hadern mit der Materie, was dem Hadern mit der Mutter entspricht. In beides wirkt in Myrrhe hinein. Die Myrrhe repräsentiert das Weibliche, Irdische und Körperliche (der Weihrauch der Kirche, nun wenig erstaunlich, das Männliche, Transzendentale). Sie öffnet uns beim Räuchern der Materie selbst. Sie öffnet unsere Intuition und verbindet uns mit der Erde, der Großen Mutter. Die Essenz der Myrrhe ist auch das Achten und Würdigen des Weibliche und eignet sich daher besonders, wenn in einem System das Weibliche außer Balance ist oder geringschätzt wird, oder in der Vergangenheit dahingehend auch Gewalt ausgeübt wurde. Sie wird eingesetzt, wenn jemand mit der Materie oder dem Mütterlichen hadert. Die Myrrhe unterstützt unser 'Ja' zu unserem inkarnierten Leben mit allen seinen Bewegungen, auch wenn sie noch so bitter erscheinen mögen. Der Schlüsselsatz der Myrrhe ist Ich nehme die Erde ganz. Ich nehme die Mutter ganz. Beide sind gleichbedeutend, denn wer die Mutter nimmt, muss der Erde nicht mehr entfliehen.


Auf systemischer Ebene sind damit auch oft Mutter-Tochter Rollenverschiebungen assoziiert, die meist in nicht verstoffwechseltem Schicksal in der Ahnenlinie wurzelt (siehe Blogbeitrag hier). Dort wirkt Thuja, der Lebensbaum tief hinein. Die immergrüne Thuja verräuchere ich in der systemischen Aufstellungsarbeit genau dann, wenn es einen Leidensdruck in der Beziehung zwischen Tochter und Mutter oder Großmutter gibt oder ebenso das Weibliche in der Ahnenlinie verletzt wurde (vorsichtig beim Räuchern, weil giftig; nicht bei Schwangeren oder Kranken). Sie wird vor allem verwendet, wenn es um die Geringschätzung oder Herabwürdigung des Weiblichen im Haus- oder Familiensystemen geht, aber auch bei Enge durch starre Traditionen.



Heilige Materie


So ist das nun eine Erinnerung, dass wir uns, als Frauen wie Männer, immer wieder auf heilsame Weise der Materie und unser großen Mutter zuwenden. Letztendlich bleibt Materie nichts anderes als höchst verdichtetes Bewusstsein. So wunderschön und heilig hier zu sein.






























Empfehlung: Mehr zu meiner Systemischen Aufstellungsarbeit findest du hier.




















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