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  • Laura Deichl

Das Gewitter & der Eichelhäher

Vor zwei Tagen am frühen Abend eines warmen Frühlingstages ein großes Gewitter. Schwellenmoment. Über Blitze, kosmische Impulse, den Eichelhäher als Boten - und was passiert wenn wir alldem wieder lauschen.



 


Vor zwei Tagen am frühen Abend eines warmen Frühlingstags ein großes Gewitter. Schwellenmoment. Schon der Nachmittag trug eine ganz besondere Qualität. Die ganze Welt fühlte sich an wie unter Wasser. Es war das Gefühl, wenn sich alter, gefrorener Schmerz, die Trauer, die irgendwann einmal in ferner Vergangenheit nicht zu Ende laufen konnte, endlich ins Wasser löst. Bereit ist sich zu zeigen, aber so heilsam. Das Gefühl der Stille und des Friedens, das sich einstellt, wenn alle Tränen geweint sind. Weich und ruhig. Das mag nun auf persönlicher Ebene sein, für die Ahnenlinie, oder auch im Kollektiv. Etwas ging in Heilung, sanft. Kurz vor dem Gewitter waren dann die Sidhe sehr präsent, die lichten Ahnen, die Hüter der Landschaft (Blogbeitrag dazu folgt in Kürze). Ganz sanft, wie wenn sie sagten, jetzt ist es soweit.



Das Gewitter


Bald hätte ich das Herannahen des Gewitters verpasst. Doch ein Impuls zog mich nach draußen, ich setzte mich auf die Terrasse und sah die tiefschwarze Wolkenfront, die sich auftürmte. Und mit dem ersten Blick wusste ich, Schwellenmoment. Dieses Gewitter bringt etwas Neues.


Gewitter tragen auf verschiedenen Ebenen natürlich eine ganz besondere Qualität. Blitze waren seit jeher Symbol für die axis mundi, die Weltenachse. Die Verbindung von Himmel und Erde. Schon die Etrusker hatten eine ausgiebige Blitzschau, die Weissagung mit Blitzen. 'In ihrer Vorstellung wurden die Blitze von den Göttern geworden. Zur Spirale eingerollt, entrollten sie sich erst beim Werfen (in der Symbolik noch heute der Lituus als Hirtenstab bzw. Bischofsstab). So betrachtete man Farbe, Form, Entladung und Richtung der Blitze und nutze dies zum Orakeln. Vom Blitz getroffene Bäume waren heilig, denn sie waren vom Göttlichen berührt und wurden sogar bestattet.


So ist der Blitz schon immer eine Verbindung von Kosmos und Erde, Geist und Materie, dem Göttlichen und dem Irdisch. Und so kann ein Gewitter oft ganz neue kosmische Impulse auf die Erde, in die Erde bringen. Ideen, Inspiration, Geistesblitze. Mit meiner schwarzen Wetterkerze saß ich da, der Regen trommelte aufs Dach und ich schrieb. Zwischenwelten.



Der Eichelhäher

 

Doch noch mehr. Genau in dem Moment, als ich die schwarze Wolkenfront erblickte, flog ein Eichelhäher auf mich zu. Oder vielmehr, eine Eichelhäherin. Aus den hohen Bäumen direkt auf mich zu, und landete einige Meter entfernt auf dem Holzdeck. Und auch hier war sofort klar, ein Bote. Synchroniziäten.


Der Eichelhäher steht als Tierspirit für Wissen und Weisheit, ist unsere spirituelle Führung. In verschiedensten Traditionen, sei es in der nordamerikanischen oder der keltischen, bringt der Eichelhäher Botschaften aus der Geistwelt. Er ist der, der Neuigkeiten bringt, Veränderungen ankündigt. Im Keltischen ist er außerdem der Hüter von heiligen und magischen Gesetzen. Der Eichelhäher ist unser Drang nach Veränderung und Wachstum, unser persönlicher Entwicklungsweg. Die Aufforderung, unserer eigenen Stimme zu folgen und der Mut unseren eigenen Weg zu gehen. Er steht für Anpassungsfähigkeit und die Fähigkeiten, Hindernisse mit Kreativität zu überwinden. Der Eichelhäher mag uns erscheinen, wenn für uns eine Art schamanische Prüfung ansteht. Wenn unser Entwicklungsfortschritt getestet wird - aber in einem großen Wohlwollen. Denn wir sind bereit dafür, sonst würde sie sich nicht zeigen.



Botschaften der Anderswelt


So können wir Gewitter sehen, oder sie sehen, den Eichelhäher sehen oder ihn sehen. Im ersten Fall sind wir im Tagesbewusstsein und nehmen wohl kaum Notiz davon. Im zweiten Fall ist genau in diesem Moment absolut und ohne jeden Zweifel klar, dass hinter der physischen Erscheinung etwas anderes schwingt. Dass sich etwas zeigt, das mit uns spricht. Es schwingt etwas mit, und zwar unmissverständlich. Kristallklar. Wir dürfen wieder lernen dem zu lauschen. Den Botschaften zu lauschen, die uns die Anderswelt zukommen lässt. Aufmerksam zu sein, was sich zeigt. So erkennen Schwellensituationen. Hinweise, Wegweiser, Türen, kosmische Impulse, das Neue, das reinkommt.



Denn das ist, wie Erde zu uns spricht. Das ist, wie Kosmos zu uns spricht.

 




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