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  • Laura Deichl

Veilchen in Kulinarik & Heilkunde

Viola odorata, das Veilchen, ist als Frühblüher Symbol für Hoffnung und Neuanfang, ist aber mit seiner violetten Farbe für das Unterbewusste, Mystische und Transzendentale. In der Heilkunde wie auch in der Kulinarik vielseitig einsetzbar.



Das Veilchen (viola odorata) ist als Frühblüher Symbol für Hoffnung und Neuanfang, ist aber mit seiner violetten Farbe auch dem Unterbewussten, Mystischen und Transzendentalen zugeordnet. Den unglaublich aromatischen Geruch und Geschmack kann man auf viele Weisen konservieren. Ob Veilchenöl, Veilchenessig, Veilchensirup, Veilchenzucker, Veilchenhonig - sie nehmen nicht nur den blumig-süßen Geschmack an, sondern auch die tolle Farbe – von pink zu blau ist alles dabei. In der überlieferten Heilkunde wird das Veilchen bei Bronchitis und Atemwegserkrankungen, Schlafstörungen, Melancholie, Unruhe und Erschöpfung eingesetzt.

Mythologie


Im antiken Griechenland galten Veilchen als Blume der Liebe, in der germanischen und nordischen Mythologie war das Veilchen Thor/Thyr geweiht (altnordisch ‘Thyrsfolia’), und Symbol für Frieden, Schutz, Edelmut und Treue. Das Veilchen galt aber in der griechischen Mythologie auch als Pflanze der Persephone, Herrscherin der Unterwelt, und war damit Sinnbild für Trauer und Tod. Auch die Signaturenlehre verweist auf das Dunkle. So werden violett (als ‚dunkelste’ Farbe) blühende Pflanzen oft bei Melancholie eingesetzt.


Das Veilchen ist in der griechischen, römischen und germanischen Mythologie zu finden. Bei den Germanen und Wikingern war es Thor/Thyr geweiht und hieß im altnordischen auch Thyrsfolia, was so viel wie Frieden, Schutz, Edelmut und Treue bedeutet. Der Anblick des ersten Veilchens im Frühjahr soll Glück bringen. Die alten Römer feierten zu diesem Anlass ausgelassene Feste. Im antiken Griechenland galten Veilchen als Blume der Liebe. In der Mythologie hat der hässliche Hephaistos, Gott des Feuers und der Schmiede, die schöne Aphrodite mit dem Veilchen betört. Aphrodite wird deshalb auch die Veilchenbekränzte genannt. Das Veilchen galt aber in der griechischen Mythologie auch als Pflanze der Persephone, Herrscherin der Unterwelt, dessen dunkles Gewand Sinnbild für Trauer und Tod ist. Auch im Christentum erscheint das Veilchen im Zusammenhang mit Maria. Hier wird es mit Demut und Bescheidenheit verbunden.


Botanik


Das wohlriechende Veilchen (Viola odorata) ist durch seinen intensiven Geruch gut von anderen Veilchenarten unterscheidbar. Mit seinen tiefvioletten Blüten und herzförmigen Blättern wächst es vor allem in Wiesen, an Hecken, Weg- oder Waldrändern. Blütezeit ist zwischen März und April.






Heilkunde


Das Veilchen ist eine alte Heilpflanze. Das Veilchen enthält unter anderem Glykoside, Saponine und Bitterstoffe. Außerdem den Duftstoff Odoratin, den Farbstoff Cyanin, Vitamin C und Mineralstoffe. Es wirkt blutreinigend, blutdrucksenkend und schleimlösend. In der überlieferten Heilkunde wird das Veilchen vor allem bei Entzündungen der Atemwege, Bronchitis, festsitzendem Schleim, aber auch bei Nervosität eingesetzt. Äußerlich ist das Veilchen in seiner Wirkung wundheilend und narbenauflösend. Hildegard von Bingen hat das Veilchen insbesondere als wirksames Narbenmittel geschätzt. Gemäß der Signaturenlehre werden violett blühende Pflanzen auch häufig bei melancholischen Zuständen und depressiven Verstimmungen eingesetzt. Auch in der Kirchenmalerei wurde Violett zur Abbildung der Sehnsucht nach dem Göttlichen eingesetzt.



Kulinarik






Rezept - Veilchenessig


Apfelessig oder weißen Balsamico

1-2 Handvoll Veilchen


Für den Veilchenessig eine Handvoll Veilchen einfach mit Apfelessig oder weißem Balsamico übergießen. Dann verschließen und 2-3 Wochen ziehen lassen, dabeo täglich leicht durchschwenken. Abseihen und abfüllen. Der Veilchenessig passt wunderbar in Salatdressings oder aufgegossen mit Mineralwasser und mit Honig gesüßt als Erfrischungsgetränk (dann am besten Apfelessig verwenden).



Rezept - Veilchensirup

200 g Zucker 200 ml Wasser 1-2 Handvoll Veilchen

Wasser mit Zucker aufkochen. Etwas abkühlen lassen und dann in ein sauberes Glas über die Veilchen gießen. Etwa 3 Tage ziehen lassen. Der Veilchensirup passt gut über Süßspeisen, in Getränke oder als Basis für Eis.


Rezept - Schokolade mit kandierten Veilchen


Eine weitere Variante sind kandierte Veilchen, die auch super einfach gemacht sind. Sie passen wunderbar über Desserts wie Panna Cotta oder Cremes. Noch besser sind sie natürlich in Kombination mit Schokolade.

25 g Rohrzucker

10 ml Wasser

1 Handvoll Veilchen

100 g Vollmilchschokolade

Zucker mit Wasser erhitzen und zu einem Sirup einkochen. Etwas abkühlen lassen. Veilchen in der Sirup tunken und zum Trocknen auf einem Backpapier auslegen. Evt. noch mit etwas Zucker bestreuen. Das Trocknen dauert ungefähr zwei Tage.

Schokolade schmelzen und auf ein Backpapier gießen. Kurz etwas abkühlen lassen, dann kandierte Veilchen in die noch weiche Schokolade streuen.



Rezept - Veilchensalbe nach Hildegard von Bingen

20 g blühendes Veilchenkraut

10 ml Olivenöl 20 g Ziegenfett 3-4 Tr. ätherisches Rosenöl

Veilchen mit Olivenöl und Ziegenfett im Wasserbad unter ständigem Rühren vorsichtig erhitzen. Sobald sich das Ziegenfett verflüssigt hat noch etwas weiterrühren und anschließend absieben. Beim Abkühlen für einen angenehmeren Geruch noch etwas ätherisches Rosenöl zugeben. In ein steriles Glas füllen und im Kühlschrank aufbewahren (max. 1 Jahr). Hildegard von Bingen empfahl diese Salbe zur Behandlung von Narbengewebe.


Räuchern


Das Veilchen ist auch eine alte Räucherpflanze und verströmt beim Räuchern einen angenehm würzig-blumigen Geruch. Hierzu können alle Pflanzenteile von der Wurzel über Kraut, Blätter und Blüten verwendet werden. Die Wirkung des Veilchens ist auch hier harmonisierend, ausgleichend, beruhigend, aber auch belebend und beschwingend. Wie in der Heilkunde wird es hier bei Bronchitis und Atemwegserkrankungen angewendet, aber auch bei Schlafstörungen, Melancholie, Traurigkeit, Unruhe, Stress oder Erschöpfung.





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HINWEIS: Diese Informationen ersetzen nicht die Beratung eines Arztes, Apothekers oder Heilpraktikers. Alle erwähnten Heilpflanzen haben wissenschaftlich belegte Wirkungen oder haben ihre Tradition in der überlieferten Heilkunde und werden schon lange erfolgreich eingesetzt.

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