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  • Laura Deichl

Neunkräutersuppe

Ein fester Bestandteil der Rituale zur Frühjahrstagundnachtgleiche ist die Neunkräutersuppe. Neun heilkräftige Frühlingskräuter im Kurzportrait und das Rezept.



Die Frühjahrstagundnachtgleiche, auch bekannt unter dem alten Namen Ostara, wurde schon in unseren alten europäischen Kulturen gefeiert, die sich in ihrem Sein noch am Lauf von Sonne und Mond orientierten. In den matrifokalen Kulturen war Ostara die Rückkehr der Göttin aus der Unterwelt, seit Urzeiten das Fest der Fruchtbarkeit und des wiederkehrenden Lebens.


Zu Ostara gibt es zahlreiche alte Bräuche und Rituale , darunter auch die Neunkräutersuppe. Als rituelle Speise nahm man mit ihr die heilkräftigen Kräuter des Frühlings zu sich und verband sich dadurch mit der wiederkehrenden Lebenskraft der Natur. Die Wildkräuter des Frühlings enthalten ein Vielfaches an Vitaminen und Mineralstoffen als unsere gezüchteten Kräuter und Gemüsesorten. Gerade in früheren Zeiten waren sie eine unglaublich wichtige Nahrungsquelle nach dem langen Winter.


Die Neun ist im alten Kräuterbrauchtum eine magische und heilige Zahl (wie später auch die Sieben). Die Zusammensetzung der neun Kräuter variiert von Region zu Region. Für das Rezept unten habe ich neun ausgesucht, die aber natürlich gerne auch durch andere ersetzt werden dürfen.


9 Frühlingskräuter im Kurzportrait


  • Brennnessel. Wohl eine der nährstoffreichsten Pflanzen überhaupt. Enthält Flavonoide, Chlorophylle, Carotinoide, Vitamine, außerdem viel Eisen und Mineralien. Regt den ganzen Körperstoffwechsel an. Entwässernde, entgiftende, blutreinigende Wirkung, gerne für Frühjahrkuren verwendet. Sehr vielseitig in der Wildkräuterküche einsetzbar, von Suppen über Brennnesselspinat, Pestos bis hin zu Smoothies, Kuchen und Keksen.


  • Giersch. Unbeliebt bei allen Gärtnern, aber ein unglaublich leckeres Wildkraut. Wächst an eher schattigen Standorten, oft am Waldboden und in Gärten. Enthält unter anderem reichlich Kalium. In Geruch und Geschmack zwischen Petersilie und Karottengrün. Als Petersilienersatz, in Salate, Kräuterbutter, Pestos oder Gebäck.


  • Gundelrebe. Gehört zu den Lippenblütlern. Wächst in Wiesen rebenartig am Boden entlang und riecht beim Zerreiben unglaublich intensiv, zwischen Minze und Oregano. enthält viele Bitterstoffe, Gerbstoffe, Vitamin C und Mineralstoffe, sowie etwas Saponin und ätherisches Öl. In der überlieferten Heilkunde bei verschiedensten Beschwerden angewendet, wie Appetitlosigkeit oder Magenverstimmungen. In der Wildkräuterküche sowohl süß als auch herzhaft verwendbar. Als Würzkraut in Kräuterbuttern oder Pestos, in kleinen Mengen in Salate oder in Schokolade getaucht als Wiesen-After-Eight.


  • Spitzwegerich. Gehört wie auch der Breitwegerich zu den Wegerichgewächsen und zu den ältesten Heilpflanzen. Reichlich Schleimstoffe, Bitterstoffe, Flavonoide, Kieselsäure und Aucubin (als natürlich antibiotisch wirkender Stoff). Vor allem als Hustenmittel eingesetzt, früher auf frische Verletzungen aufgelegt. Lindernd bei Insektenstichen oder Brennnesselkontakt gegen Juckreiz und Schwellungen. Blätter super im Salat. Die Blütenknospen mit pilzartigem Geschmack, können in der Pfanne in Öl angebraten werden.


  • Bärlauch. Gehört zu den Lauchgewächsen. Gerade in Frühjahr regt der Bärlauch die Verdauung an und unterstützt die Entgiftung des Körpers. Wichtigster Inhaltsstoff ist dabei das Allicin, eine schwefelhaltige Aminosäure. Er enthält außerdem reichlich Flavonoide und Vitamin C. Heilkunde. Super als Pesto, Bärlauchbutter, Bärlauchöl oder Bärlauchsalz.


  • Löwenzahn. Enthält vor allem viele Bitterstoffe. Zudem reichlich Vitamin A und Kalzium, auch Flavonoide, Carotinoide und Antioxidantien. Man kann sowohl Blätter, Wurzel, Knospen, Blüten als auch Stängel verwenden. Regt den Stoffwechsel an und fördert die Tätigkeit von Leber, Galle und Niere. Vor allem in Frühjahrskuren unterstützt er die Entgiftung und Entschlackung des Körpers. Wunderbares Bitterkraut in Salaten, Suppen oder Pestos. Die Knospen mit Salz in Öl angebraten oder mit Essig als Antipasti eingelegt.


  • Knoblauchsrauke. Gehört zu den Kreuzblütengewächsen und hat einen Geruch und Geschmack der an Knoblauch oder Bärlauch erinnert, aber weniger intensiv. Daher wunderbar in Pestos, Kräuterbutter oder Salat. Die schwarzen Samen könnte man später im Jahr zu Senf verarbeiten.


  • Scharbockskraut. Einziges essbares Hahnenfußgewächs, aber nur bis zur Blüte (etwa Anfang April). Dann steigt der Gehalt an giftigem Protoanemonin an und es sollte nicht mehr verwendet werden. Reich an Vitamin C. Das Scharbockskraut passt in kleinen Mengen wunderbar in Salat, Suppen, oder in Kräuterbutter.


  • Pimipnelle. Kleiner Wiesenknopf, auch genannt Pimpinelle oder Bibernelle. Enthält Gerbstoffe, ätherische Öle, Flavonoide, Vitamin C. In der überlieferten Heilkunde innerlich und äußerlich angewendet bei Magen- und Darmbeschwerden, Entzündungen im Mund/Rachenraum, zum Schleimlösen, bei Hautproblemen und Wunden, zum Entwässern und bei Frühjahrsmüdigkeit. Kulinarisch lecker in Salaten, Kräuterbutter, Dips oder Saucen.



Rezept - Neunkräutersuppe


Für 4 Personen:

1 Zwiebel

50 g Butter oder Sonnenblumenöl

4 EL Dinkelmehl

1 TL Salz

1 l heißes Wasser

150 g gemischte Wildkräuter (neun verschiedene z.B. Brennnessel, Spitzwegerich, Gundelrebe, Bärlauch, Scharbockskraut etc.)

100 g Sahne (optional)

Pfeffer, Muskatnuss

Essbare Blüten zum Servieren (Gundelrebe, Gänseblümchen, Löwenzahn...)


Zwiebeln fein hacken und bei mittlerer Hitze in Butter oder Öl andünsten bis sie glasig sind und leicht karamellisieren. Mehl einrühren und kurz anschwitzen. Dann nach und nach mit heißem Wasser aufgießen. Dabei ständig rühren, damit keine Klumpen entstehen. Etwa 1 TL Salz zugeben. Wildkräuter putzen und klein schneiden. Etwa 3-5 Minuten mitköcheln lassen. Optional Sahne zugeben, dann im Mixer pürieren. Mit Muskatnuss und Pfeffer abschmecken, und mit Blüten bestreut servieren.



Empfehlung: Im Workshop Herbal Wisdom - SPRING BOOSTER am 6. April beschäftigen wir uns mit wunderbaren Frühjahrsheilpflanzen, die uns helfen unseren Stoffwechsel wieder in die Gänge zu bringen und voller Energie in die helle Jahreshälfte zu starten. Den Kurs gibt es am 11. April auch im Onlineformat.





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HINWEIS: Diese Informationen ersetzen nicht die Beratung eines Arztes, Apothekers oder Heilpraktikers. Alle erwähnten Heilpflanzen haben wissenschaftlich belegte Wirkungen oder haben ihre Tradition in der überlieferten Heilkunde und werden schon lange erfolgreich eingesetzt.




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