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  • Laura Deichl

Mabon

Die Herbsttagundnachtgleiche - Fest der Fülle und Ernte. Tag und Nacht sind exakt gleich lang, Symbol kosmischer Harmonie und Balance. Wir treten ein in die dunklere Jahreshälte, die zu mehr Innenschau einlädt. Mythologie, Bräuche und Rituale um das alte Sonnenfest.



Mabon, die Herbsttagundnachtgleiche, Tag und Nacht exakt gleich lang (dieses Jahr am 23. September). Tagundnachgleichen symbolisieren kosmische Harmonie und Balance, Licht und Dunkel sind im perfekten Gleichgewicht. Der Sommer ist zu einem Ende gekommen, die Vegetation zieht sich zurück. Wir treten nun ein in die dunklere Hälfte des Jahres, die uns zur Erholung, mehr Langsamkeit und zur Innenschau einlädt. Mabon ist ein Fest der Fülle, Ernte und Dankbarkeit. Ein Herbstfeuer, das Herstellen von schutzmagischen Kräutersalzen, Verarbeiten von Wildfrüchten, Räuchern und Rituale der Dankbarkeit und des Teilens sind wunderbare Wege Mabon zu zelebrieren.



Altes Sonnenfest


Als eines der vier Sonnenfeste im Jahreskreis steht Mabon, als Herbst-Tagundnachtgleiche, der Frühjahrstagundnachtgleiche gegenüber. An den Äquinoktien sind Tag und Nacht exakt gleich lang. Die Sonne geht exakt im Osten auf und im Westen unter. Sie sind somit der Übergang zwischen der hellen und der dunklen Jahreszeit, ein Schwellenmoment. In dieser Waage zwischen Licht und Dunkel, Yang und Yin, waren Tagundnachtgleichen immer Symbol für kosmische Harmonie und Balance. Gleichzeitig sind sie aber auch ein Ringen zwischen diese Kräften, zwischen Hell und Dunkel, Leben und Tod. Mabon ist ein bewusster Übertritt, ein Loslassen auf vielen Ebenen.



Dankbarkeit und Fülle

Mabon ist der alte keltische Name für die Erntedankfeste unserer Vorfahren, oder je nach Region auch dem Almabtrieb, der Kirchweih, oder St. Michael. Es ist das Fest der Fülle, Reflektion und vor allem der Dankbarkeit für all die inneren und äußeren Gaben, die wir erhalten durften. Die Erntetätigkeit ist nun entgültig zu einem Ende gekommen. In der alten Kräuterkunde sammelt man ab diesem Tag auch nichts mehr - was noch da ist, gehört dem Vegetationsgott. Die Kräuter haben zu diesem Zeitpunkte ihre Wirkstoffe sowieso auch schon ziemlich in die Wurzel zurückgezogen.

So wurden zu dieser Zeit seit jeher große Feste gefeiert, um die Gaben des Jahres zu begutachten und zu weihen, und Dankbarkeit zu zeigen. So sollte auch sichergestellt werden, dass auch das kommende Jahr wieder ein fruchtbares wurde. Später wurden diese Rituale vom Christentum übernommen bzw. weitergeführt, und sind noch heute teilweise in Bräuchen vorhanden.


Abstieg der Göttin in die Unterwelt

In der Mythologie ist der Herbst die Zeit, in der sich die Große Göttin darauf vorbereitet wieder in die Unterwelt hinabzusteigen. Als Archetyp der schwarzen Göttin ist sie unter anderem bekannt als Tamfana (germ.) oder Persephone (griech,), die als Kore entführt wird. In der Unterwelt soll sie schließlich zur Wintersonnwende das neue Sonnenkind gebären.





Bräuche und Rituale

Erntedankfeste

Früher wurden zu den Erntedankfesten Ornamente aus Früchten gelegt und Kronen aus Kornähren geflochten. Man lief in Prozessionen zu den Feldern begleitet von Räuchern, Singen und Gebeten. So dankte man dem Himmel und der Erde für die eingebrachte Ernte. In manchen Regionen ließ man die letzten Ähren als Geschenk für den Vegetationsgott und die wilden Tiere als Nahrung und Rückzugsort stehen.

Kräutersalz herstellen

Ein wunderbares Ritual zu Mabon ist das Herstellen eines Kräutersalzes. Sowohl Kräuter als auch Salz hatten früher eine große Bedeutung. Da gab es natürlich die Abwehrkräuter, die eine schützende Wirkung auf den Menschen haben sollten. Aber auch dem Salz wurde eine schutzmagische Wirkung gegen böse Energien und Schadzauber zugesprochen, daher war Salz in seiner schützenden und segnenden Kraft auch immer eine wichtige Opfergabe. Zudem war es damals noch ein kostbares Lebensmittel und unentbehrlich zum Konservieren. In solch einem 'Zaubersalz' können wir uns die Aromen der Sommerkräuter für den Winter konservieren (Rezept siehe unten).






Herbstfeuer & Räuchern

Natürlich gehört zu Mabon wie zu jedem Jahreskreisfest das Entzünden eines Feuers sowie das Räuchern. Beim Räucherwerk ist der Fokus an Mabon auf den segnenden Pflanzen, wie der Alantwurzel, dem Johanniskraut, Rose, Lavendel, Mariengras, Muskatellersalbei, Lärchenharz, Styrax oder Weihrauch.



Wildfrüchte verarbeiten

Eine schöne Tätigkeit zu Mabon ist auch das Verarbeiten von Wildfrüchten - wie Schlehen, Weißdornfrüchten, Vogelbeeren, Holunderbeeren oder Hagebutten. So können wir uns auch an der Fülle des Herbst freuen und die Aromen des Sommers konservieren.








Innere Reflektion

Symbolisch steht die Herbsttagundnachtgleiche für komische Harmonie und Balance, für die Fülle und die Dankbarkeit. Unsere Arbeit des Jahres trägt ihre Früchte und nun dürfen wir ernten und genießen. Wir können unsere Ernte begutachten, zurückblicken auf einen Sommer unserer eigenen Arbeit, und Dankbarkeit zeigen für das, was wir geschafft haben. Aber genauso dürfen wir wertschätzen, was wir vom Leben erhalten durften ohne dass wir dafür etwas tun oder leisten mussten - was das Leben für uns genährt hat und gedeihen hat lassen.

Aber Mabon ist nicht nur ein Fest der Fülle und der Dankbarkeit, sondern auch des Teilens. Wir dürfen uns mal wieder fragen, was unsere Gaben und Talente sind, was wir in Fülle haben, und wie wir das können wir dies in bestmöglicher Weise mit anderen teilen können.

Außerdem beginnt mit der Tagundnachtgleiche entgültig die Zeit des Loslassens. Bald werden die Blätter fallen und so dürfen auch wir uns fragen, was wir in uns loslassen und kompostieren wollen, um fruchtbaren Boden für das kommende Jahr zu schaffen.

Fragen:

  • Was sind die Früchte meiner Arbeit diesen Jahres? Was habe ich erreicht?

  • Aber auch, was ist gewachsen, ohne dass ich es genährt hätte? Was dufte ich dieses Jahr erhalten? Mit was hat mich das Leben beschenkt, ohne dass ich etwas zutun musste?

  • Was sind meine Gaben? In was liegt meine Fülle? Was kann ich anderen geben?


  • Was darf und will ich jetzt wieder loslassen? Was darf über den Winter kompostiert werden, um fruchtbares Boden für Neues zu schaffen?



Rezept - Wildkräutersalz

Die Rezepturen für Kräutersalze variieren. Der Anteil an Kräutern sollte in etwa zwischen 15-20 Prozent bei getrockneten bzw. 30-40 Prozent bei frischen Kräutern betragen. Für das Kräutersalz können beliebige Kräuter verwendet werden. Traditionell sind an Mabon aber vor allem auch die alten Schutz- und Abwehrkräuter enthalten - wie Dost, Majoran, Quendel oder Rosmarin.

500 g Meersalz

100 g getrocknete bzw. 200 g frische Kräuter (z.B. Dost, Majoran, Quendel oder Rosmarin, Schafgarbe, Beifuß, Frauenmantel, Spitzwegerich etc.)

Für die Variante mit den getrockneten Kräutern, werden diese einfach mit Meersalz im Mixer oder Mörser vermahlen und in luftdichte Gläser abgefüllt. Für die Variante mit frischen Kräutern, diese erst etwas zerkleiner und dann ebenfalls mit dem Salz vermahlen. Das noch feuchte Salz dann auf einem Backblech ausstreuen und für einige Tage bei Zimmertemperatur trocknen lassen.






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