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  • Laura Deichl

Holunder, alte Schwellenpflanze

Wenige Pflanzen sind von so vielen Mythen umwoben wie der schwarze Holunder (Sambucus nigra), seit jeher als Heil- und Schutzbaum verehrt. Ein Portrait über den Holunder in Heilkunde, Mythologie und Räucherkunde.



Wenige Pflanzen sind von so vielen Mythen umwoben wie der Schwarze Holunder (Sambucus nigra), seit jeher als Heil- und Schutzbaum verehrt. Schon in alten Zeiten war der Holunder als wichtigste Hofpflanze ‚des Bauern Apotheke’ und ist noch heute oft neben alten Scheunen, Stallungen oder Bauernhäusern zu finden. Der Holunder war darin auch immer Fruchtbarkeitsspender. Mit dem Wacholder gehört er zu den ältesten Sakralpflanzen. Menschen brachten oft kleine Opfergaben mit, etwas Mehl, einen Schluck Bier, ein bisschen Milch. Sowohl die Hollerblüten als auch die Hollerbeeren werden vor allem bei Erkältungen sowie vorbeugend zur Stärkung des Immunsystems eingsetzt. Auch kulinarisch ist der Holunder vielseitig einsetzbar. Zudem gehört er zu den alten Räucherpflanzen.


Botanik

Der Schwarze Holunder (Sambucus nigra) hat unpaarig gefiederte Blättern. Er verzweigt und verholzt. Er trägt weißgelbe Blüten im Frühjahr und die schwarzen Holunderbeeren im Herbst an hängenden 'Dolden'. Verwendet werden können Blüten und Früchte, letztere müssen jedoch vor Verzehr erhitzt werden, um das enthaltene Sambunigrin unschädlich zu machen. Die grünen Teile des Holunder sind giftig.





Heilkunde

Schon in alten Zeiten war der Holunder als wichtigste Hofpflanze ‚des Bauern Apotheke’ und ist noch heute oft neben alten Scheunen, Stallungen oder Bauernhäusern zu finden. Die Blüten enthalten ätherische Öle, schweißtreibende Glykoside, Flavonoide, Gerbstoffe und Schleimstoffe. Holunderblüten werden meist bei Erkältungen angewendet, da sie stark schweißtreibend wirken. Vor allem eigenen sie sich auch vorbeugend als Kur zur Mobilisierung der körpereigenen Abwehrkräfte. Die Holunderbeeren sind reich an Vitamin C, B Vitaminen, Flavonoiden und Phenolsäuren. Sie werden ebenso zur Stärkung des Immunsystems und zur Vorbeugung und Behandlung von Erkältungen und Infekten eingesetzt.


Für den Winter können sowohl die Holunderblüten als auch die Holunderbeeren getrocknet werden. Die Holunderbeeren müssen aber auch dann vor Gebrauch nochmal erhitzt werden.


Die Holunderblüten können als Tee, Tinktur, Bad oder Inhalation angewendet werden (auch in Kombination mit Lindenblüten). Die Holunderbeeren als Saft oder Heilsirup.



Kulinarik


Aber auch kulinarisch ist der Schwarze Holunder wunderbar vielseitig einsetzbar. Holunderblüten können zu Sirup, Hollerkücheln, Hollerblütenessig oder Desserts verarbeitet werden. Die schwarzen Holunderbeeren zu Hollerbeerensirup, Kompott oder Saft. Auch die grünen Holunderbeeren eignen sich eingelegt in Salz und Essig wunderbar als flasche Kapern.








Mythologie


Der Holunder ist auch Schwellenpflanze und Verbindung zur Unterwelt. Dies ist das Reich von Frau Holle (Elda, Hulda, Freya), der ältesten Göttin, Muttergöttin und Fruchtbarkeitsgöttin in der germanischen und nordischen Mythologie. Sie ist aber auch Göttin über die Unterwelt, weshalb der Holunder oft als Schwellenpflanze zur Unterwelt betrachtet wird. Wie der Holunder weiße Blüten und schwarze Früchte hat, ist Frau Holle sowohl Göttin der Fruchtbarkeit als auch des Todes. Sie nimmt die Toten auf und gibt ihre Seelen als Kinder wieder frei. Unter dem Holunder soll bekanntlich auch immer reges Treiben herrschen, da Zwerge, Erdwesen und Andersweltliche von oben nach unten und zurück wechseln. So sagt man, unter dem Hollerstrauch wäre kein guter Platz für einen ruhigen Schlaf.



Räuchern

Das Räuchern der Blüten unterstützt Übergangsrituale und hilft die Lebensaufgabe zu finden. Er hilft uns dabei, in die für uns stimmige Bewegung zu gehen. Außerdem kennt der Holunder den richtigen Zeitpunkt, wann es ‚an der Zeit’ für etwas ist. Da auch der Holunder der Erdgöttin geweiht ist, kann man den Holunder auch ihr zu Ehren räuchern.





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HINWEIS: Holunderbeeren müssen vor Verzehr unbedingt erhitzt werden. Diese Informationen ersetzen nicht die Beratung eines Arztes, Apothekers oder Heilpraktikers. Alle erwähnten Heilpflanzen haben wissenschaftlich belegte Wirkungen oder haben ihre Tradition in der überlieferten Heilkunde und werden schon lange erfolgreich eingesetzt.










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