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  • Laura Deichl

Kraft des Bärlauch & zwei Rezepte

Der Bärlauch ist eines der ersten Wildkräuter, die den Frühling ankündigen. Sein wunderbarer Geruch ist schon von Weitem erkennbar. Der Bärlauch in Heilkunde und Kulinarik, sowie Rezepte für Bärlauchöl und Bärlauchsalz.




Der Bärlauch, früher auch Bärenlauch (Allium ursinum) genannt, ist eines der ersten Wildkräuter, die den Frühling ankündigen. So sollen sich die Bären nach ihrem Winterschlaf als erstes auf den intensiv duftenden Bärlauch gestürzt haben, um sich mit diesem kraftvollen Kraut zu stärken, das ihnen ihre 'Bärenkräfte' verlieh. Der Bär ist in der alten germanische Mythologie ein Fruchtbarkeitssymbol. Den ganzen Winter ruht er in der Erde und es ist die Kraft seines Wesens, die nach dem Winter aus der Erde die neue Fruchtbarkeit bringt. Wie sein Name schon besagt, gehört er zu den Lauchgewächsen und sein wunderbarer Geruch ist schon von Weitem erkennbar. Im Volksglauben wurde dem Bärlauch nachgesagt, er hätte die Fähigkeit Hexen, Dämonen und Vampire zu vertreiben (auch bekannt unter 'Hexenzwiebel'). Er wurde jedoch auch verwendet, um Liebestränke zuzubereiten. Dem Bärlauch kommt in der überlieferten Heilkunde eine große Bedeutung zu. Gerade in Frühjahr wirkt er allgemein stärkend, unterstützt die Blutreinigung, regt die Ausscheidung über die Niere an, er fördert die Entgiftung und Entschlackung des Körpers. Auf der seelischen Ebene unterstützt er Willenskraft, Tatendrang und Durchhaltevermögen. Kulinarisch gehört er wohl zu den beliebtesten Wildkräutern. Ein Kurzportrait über den Bärlauch und zwei Rezepte für ein wunderbar tiefgrünes Bärlauchöl und ein aromatisches Bärlauchsalz.



Botanik


Der Bärlauch (Allium ursinum) gehört zu den Lauchgewächsen und ist im Frühjahr an eher feuchten und schattigen Standorten im Wald zu finden. Die lanzettförmigen Bärlauchblätter wachsen einzeln aus dem Waldboden, sie sind auf ihrer Oberseite dunkelgrün und glänzend, auf der Unterseite hellgrün und matt. Ihr Stiel knackt beim Knicken, außerdem duften sie unverkennbar nach Knoblauch. Später blüht der Bärlauch in sternförmigen, weißen Blüten, aus denen sich dann die grünen Fruchtkapseln entwickeln. Verwendet werden primär die Blätter, in der Küche auch manchmal die Knospen, Blüten oder Fruchtkapseln. Unbedingt beachtet werden sollte die große Ähnlichkeit zum seinen sehr giftigen Doppelgängern – dem Maiglöckchen, dem Aronstab oder der Herbstzeitlosen – die auch teilweise zwischen dem Bärlauch wachsen.



Heilkunde


Dem Bärlauch kommt in der überlieferten Heilkunde eine große Bedeutung zu. Bei den Inhaltsstoffen sind vor allem die Senfölglykoside relevant, wie das Allicin. Er enthält außerdem reichlich Flavonoide, Biokatalysoren und Vitamin C. Bärlauch wirkt appetitanregend, blutreinigend, entgiftend, antibakteriell, antiviral und pilzwidrig, immunstärkend, cholesterinsenkend.


Auf der körperlichen Ebene wird der Bärlauch eingesetzt bei Magen- und Darmproblemen, Appetitlosigkeit und Schwächezuständen. Gerade in Frühjahr wirkt er allgemein stärkend, unterstützt die Blutreinigung, regt die Ausscheidung über die Niere an, er fördert die Entgiftung und Entschlackung des Körpers. Hier wird er auch bei der Schwermetallausleitung eingesetzt. Er kann Frühjahrsmüdigkeit vorbeugen und wird ebenso gerne bei Erkältungen und Schnupfen eingesetzt. Zudem kann der Bärlauch nach Antibiotikaeinnahme die Regenerierung der Darmflora unterstützen. Weiterhin soll er bei chronischen und stoffwechselbedingten Hauterkrankungen unterstützen. Auch soll er eine positive Wirkung auf den Blutdruck haben sowie Herzinfarkt, Thrombosen und Arteriosklerose vorbeugen.


Auch auf geistig-seelischer Ebene unterstützt das Pflanzenwesen des Bärlauchs dabei Stauungen und Verhärtungen aufzulösen. Er wirkt stark reinigend, unterstützt Willenskraft, Energie und Tatendrang, Durchhaltevermögen bei Erreichen von gesetzten Zielen.


Der Bärlauch sollte immer frisch verwendet werden, da er sonst schnell seine Wirksamkeit verliert, und dabei möglichst nicht erhitzt werden. Verwendet wird er vor allem frisch in der Küche oder als Frischsaft. Konserviert werden kann der Bärlauch als Tinktur.



Kulinarik


Kulinarisch gehört der Bärlauch wohl zu den beliebtesten Wildkräutern ob als Bärlauchpesto oder -butter, im Salat, in Brot-, Gnocchi- oder Pastateige, als Suppe oder konserviert in Öl. Die Blütenknospen können als falsche Kapern eingelegt werden, die aufgeblühten Blüten als Deko verwendet, die Fruchtstände als 'Bärlauchkaviar' eingelegt werden.







Rezept - Bärlauchöl


Für ein aromatisches Bärlauchöl wird der Bärlauch in Öl ausgezogen. Dafür ein Basisöl guter Qualität mit wenig Eigengeschmack (z.B. Raps, Traubenkern, Sonnenblume) verwenden.


Frischer Bärlauch | Öl (Sonnenblume, Raps, Traubenkern etc.)


Bärlauch eventuell waschen, dann vor der Weiterverarbeitung gut trocknen lassen. Dann hacken um die Zellstrukturen aufzubrechen, was die Aromen freigibt. Nun gibt es zwei Varianten der Herstellung - einen klassischen Ölauszug und eine schnelle Variante mit dem Hochleistungsmixer, bei dem das Öl eine tiefgrüne Farbe annimmt.


Langsame Variante


Ein steriles Glas zu einem Drittel mit zerkleinerten Bärlauch befüllen und mit Öl auffüllen. Für 3-4 Wochen ziehen lassen und täglich etwas durchschwenken, dann abseihen. Das Öl behält dabei quasi seine Ausgangsfarbe.


Schnelle Variante


Für eine tiefgrüne Farbe oder einfach um den Prozess zu beschleunigen kann man die Zutaten auch im Hochleistungsmixer 5 Minuten lang mixen und dann durch ein sehr feines Sieb oder einen Stoff geben. Dann möglichst schnell das vom Mixen erwärmte Öl in einem Eiswasserbad kalt rühren, so behält es seine grüne Farbe.


Das Bärlauchöl passt super über Suppen, in Salatdressings, über Pasta, zum Grillen, über Kartoffeln oder auf geröstetes Brot.





Rezept - Bärlauchsalz


Ein leuchtend grünes und duftendes Bärlauchsalz. Kräutersalze sind eine wundervolle Methode Inhaltsstoffe und Aromen von Kräutern zu konservieren und zu nutzen. Verwendet werden können dazu entweder frische oder getrocknete Kräuter (bei frischen wird die Farbe natürlich intensiver).


Frischer Bärlauch | grobes Meersalz oder Steinsalz


Für das Bärlauchsalz eine große Handvoll grob gehackten Bärlauch mit einer Handvoll groben Meersalz in den Mixer oder Mörser geben und vermahlen. Eventuell noch Salz zugeben, je nachdem wie intensiv das Aroma sein soll. Auf einem Teller ausstreuen und für ca. 2 Tage an der Luft trocknen lassen. Passt wunderbar aufs Butterbrot, zu gegrilltem Gemüse oder Fleisch, Rührei oder Spiegelei, in Salatdressings oder zum Würzen von Suppen und Eintöpfen.


Das gleiche funktioniert natürlich mit allen anderen Kräutern auch, besonders mit aromatischen wie Knoblauchsrauke, Spitzwegerich, Gundelrebe, Wiesensalbei, Quendel, Dost oder Beifuß, oder einer Kombination aus vielen.







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HINWEIS: Vorsicht vor einer Verwechselung mit seinen sehr giftigen Doppelgängern – dem Maiglöckchen, dem Aronstab oder der Herbstzeitlosen – die auch teilweise zwischen dem Bärlauch wachsen. Diese Informationen ersetzen nicht die Beratung eines Arztes, Apothekers oder Heilpraktikers. Alle erwähnten Heilpflanzen haben wissenschaftlich belegte Wirkungen oder haben ihre Tradition in der überlieferten Heilkunde und werden schon lange erfolgreich eingesetzt.










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